Warum aus Papier?

Warum ist der PooPick aus Papier?

Natürlich haben wir uns mit den Alternativen beschäftigt. Dass eine Hundekottüte aus Plastik rausfällt, ist natürlich klar. Eine viel diskutierte Alternative sind sogenannte "Bio"-Plastikbeutel für Hunde, bzw. "kompostierbare" Plastikbeutel für Hunde. 

Im folgenden möchten wir Euch ein paar neutrale Informationen zu diesem Thema mitgeben. Neutral deshalb, weil unserer Meinung nach die Idee gut ist, nur die Durchführung eben nicht ökologisch ist. 

Vorab noch kurz: Ein Einwegprodukt aus Papier ist natürlich auch nicht komplett ökologisch, verbessert jedoch seine Ökobilanz in Relation zu eingesetzem Recycling Material. Unsere Produktion ist FSC-70 zertifiziert, d.h. es wird 70% Recycling Papier eingesetzt. Damit der PooPick seine Stabilität behält und auch Feuchtigkeit gut abgewiesen werden kann (z.B. Durchfall), ist ein Anteil an frischem Papier notwendig. 

Dieser kleine Anteil an frischem Papier kommt aber aus den Resten der Möbelindustrie. D.h. für unseren PooPick muss kein Baum gefällt werden! Unser PooPick kompostiert innerhalb weniger Wochen. Ohne irgendeinen Konjunktiv, wie bei anderen Anbietern. 

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Bild: PooPick nach nur 4 Wochen unter Grasschnitt und Regen. 

Verwertung: Auch unser PooPick sollte regulär über den Hausmüll entsorgt werden. Dennoch sind auch hier klare Vorteile im Vergleich zu einer kompostierbaren Plastiktüte vorhanden. So werden bei Plastiktüten fossile Energieträger verbrannt, d.h. es werden Schadstoffe in die Umwelt abgegeben und Kohlendioxid wird freigesetzt (u.a. Verstärkung des Treibhauseffektes). Die Verbrennung fossiler Energieträger ist die Hauptquelle für den Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Erdatmosphäre und damit der menschengemachten globalen Erwärmung (siehe Links auf dieser Seite unten). 

Da unser PooPick zu 100% aus Pappe, d.h. Holz besteht, verbrennt dieser als Biomasse klimaneutral (schließlich wird dabei nur jenes CO2 freigesetzt, das der Baum vorher durch sein Wachstum gebunden – also der Atmosphäre entzogen – hat). Weiterhin verwenden wir für unseren PooPick kein extra angeforstetes Holz!

Hier die Infos zu der Thematik "Bio"-Plastik: 

- Biologisch abbaubare Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, sind ein Irrweg. Bei dem Begriff „Nachwachsende Rohstoffe“ schwingt die Illusion mit, hier handele es sich um unbegrenzt vorhandene Ressourcen, die in beliebigen Mengen zu erzeugen wären. Das ist ein Irrtum. Lediglich die Energie der Sonne ist so gut wie unerschöpflich und auch das Potential von Wind und Meereswellen ist gigantisch. Dies gilt aber nicht für pflanzliche und tierische Rohstoffe, deren Erzeugung letztlich nicht ohne Böden, Dünger und häufig Pflanzenschutzmittel auskommt, dieses Potential ist nicht unbegrenzt vermehrbar. Zudem muss der Boden vor allem für die Ernährung der Bevölkerung, der Wildtiere und für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zur Verfügung stehen. Nachwachsende Rohstoffe dürfen nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung treten. Es können also nicht beliebig große Mengen davon erzeugt werden. Ein weiteres Problem ist die Verschwendung von Energie bei der propagierten Verrottung der biologisch abbaubaren Kunststoffe. Denn um Gegenstände wie zum Beispiel Bioplastik-Tüten herzustellen, ist eine beträchtliche Menge an Energie notwendig, die genauso wie bei der Verbrennung auch bei der Verrottung vollständig „verloren“ geht. Diese Verschwendung von Energie kann sich die Menschheit nicht leisten. Einige Hersteller haben Bioplastik als Lücke im System erkannt, um Kosten für die Lizenzgebühr zu sparen. Denn Kunststoffverpackungen, die man aus biologisch abbaubaren Werkstoffen wie zum Beispiel Cellulose oder Maisstärke herstellt, sind zur Zeit von der Rücknahme- und Verwertungspflicht befreit. Lizenzentgelte für den Grünen Punkt oder einen anderen Lizenzpartner müssen nicht für die Annahme dieser Verpackungen gezahlt werden. Aus einem zweifelhaften wirtschaftlichen Vorteil heraus darf jedoch nicht die mögliche stoffliche Verwertung von Verpackungen empfindlich gestört und der Verschwendung von Energie Vorschub geleistet werden.

Quelle: BUND, Bundesarbeitskreis Abfall

- Vergleichende Untersuchungen ergaben, dass biologisch abbaubare Plastiktüten mit Anteilen nachwachsender Rohstoffe in der Gesamtbetrachtung die höchsten  Umweltauswirkungen aufweisen und damit die schlechteste Einwegtütenvariante darstellenFür biologisch abbaubare Plastiktüten wird häufig eine Mischung aus erdölbasierten und nachwachsenden Rohstoffen verwendet – und zwar aus maisbasierter Polymilchsäure (PLA) und einem fossilen Kunststoff, wie beispielsweise Ecoflex der Firma BASF. Damit eine Tragetasche reißfest bleibt, ist es nach Informationen von Plastiktütenherstellern nicht möglich mehr als 30 Prozent des nachwachsenden Rohstoffes PLA in Tragetaschen zu verwenden. Das bedeutet, dass der Anteil an fossilem Rohöl in biologisch abbaubaren Plastiktüten doppelt so hoch sein kann wie der Anteil nachwachsender Rohstoffe. Dies wirkt sich besonders negativ auf die Ökobilanz aus, weil die schlechten Eigenschaften der erdölbasierten Kunststoffe mit den schlechten Eigenschaften der Kunststoffe aus  nachwachsenden Rohstoffen vereint werden.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe

- Die Kompostierung biologisch abbaubarer Plastiktüten ist der umweltschädlichste aller Entsorgungswege. Die Kompostierung einer PLA-Plastiktüte trägt weder zum Aufbau von
Humus bei, noch werden pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Tatsächlich würden sich PLA-Produkte bei einer vollständigen Kompostierung in CO2 und Wasser auflösen. Damit wären diese Rohstoffe für ein Recycling zur Herstellung neuer PLA-Produkte verloren – und zwar ohne jeglichen Zusatznutzen, weder für den Kompost, noch für die Umwelt.
Quelle: Umweltbundesamt

- Deutsche Plastiktütenhersteller beginnen inzwischen mit der Produktion von Polyethylen-Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen. Dabei wird hauptsächlich Zuckerrohr aus Brasilien zu Ethanol verarbeitet, woraus im Anschluss der herkömmliche Kunststoff Polyethylen hergestellt wird. Hersteller bewerben diese Tüten als besonders umweltfreundlich und klimaneutral. Richtig ist jedoch nur, dass der reine Pflanzenrohstoff (Zuckerrohr) in Tragetaschen aus sogenanntem „Bio-Polyethylen“ klimaneutral ist. Die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung verursachen entlang des Lebenszyklus der „Bio-PE-Tüte“ jedoch Klimagasemissionen (CO2, Methan- oder Lachgas) in erheblichem Ausmaß

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Weiterführende Links: 

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/abfall_biokunststoffe_stellungnahme.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/themen/tueten-aus-bioplastik-sind-keine-alternative

https://blog.zeit.de/gruenegeschaefte/2012/10/09/der-oko-flop-des-jahres-die-biotute/

http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/SYR_AR5_FINAL_full_wcover.pdf#page=22